"Ich bin witzig"

Karrieren: Der bei Journalisten und Mitarbeitern einst gefürchtete Ex-ÖVP-Pressesprecher Wolfgang Ritzberger darf nun endlich sagen, was er sich wirklich denkt. Er versucht sich als Kabarettist.

Politik | Gerald John | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Wolfgang Ritzberger plagen Existenzängste. "Ich fürchte mich davor, einmal den falschen Knopf zu drücken und mich persönlich auszuknipsen", schaudert es ihn. Technisches Klimbim wie Chipkarten oder elektronische Kassen sind Ritzberger deshalb ein Greuel. Die "sprachliche Verhunzung" durch Amerikanismen ebenso. Und von der Politik ist er ohndies schwer enttäuscht.

Was tut einer, dem die Realität derart schwer aufs Gemüt drückt? Er läßt einen Pianisten schmissige Melodien komponieren, reimt launige Texte dazu und nennt sich "Theuer & Schlächt". Der Pianist klimpert forsch einen Foxtrott-Quickstep drauflos: "Shalom und grüß Gott, ich bin hier, das automatische Klavier, Madames et Monsieurs, Girls and Boys, Misses and Mississippis ... haha ... den kennen Sie schon ..." Persönlich stehe er ja auch eher auf Alf Poier, bekennt der "Theuer & Schlächt"-Manager: "Aber wer konservatives Kabarett mag, für den ist's gut."

Stockkonservativ - das war noch eines der freundlicheren Adjektive,


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