Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Was wurde eigentlich aus den Bastelkindern? Was wurde aus den Kindern, die mit Hilfe der legendären ORF-Sendung "Wer bastelt mit?" mehr schlecht als recht Kluppenuntersetzer, Laubsägeschlüsselborde und allerlei kartonversteifte Modelleisenbahnarchitektur erzeugen sollten? Wohin entkamen sie aus der Obhut des Bastelonkels, jenes feisten Handarbeiters, unter dem sich die ungehobelte Planke zwischen Kindermißbrauch und Werkzeugfetischismus bedenklich bog? Was machen sie heute, eine verklebte Generation später? Wenn sie nicht gestorben sind, wie der Kasperl immer zu sagen pflegte, sitzen sie dann noch immer vor ihren Fernsehschirmen? Und wie! Die Generation der Bastelkinder, so sie nicht an den späten Seventies zugrunde gegangen sind, saßen Samstag gebannt vor dem Songcontest genannten europäischen Gedanken. Maturantin Bobbie sang tapfer zwischen skandinavischem Trällerpop und südosteuropäischem Ethnoschmus.. Selbergebastelte Kleider aller Farben wurden zu Bastelonkel-Weichwerdemusik vorgeführt. Wie sagte Christoph Grissemann treffend zum nachfolgenden Punkteslalom? "So langweilig kann Spannung sein."


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