Kommentar: Wie alltäglich ist der Alltag?

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Mit ihren "Alltagsgeschichten" hat die Filmerin Elizabeth T. Spira die (Selbst-)Wahrnehmung der Österreicher beeinflußt und verändert, wie das in jüngerer Zeit vielleicht nur noch Thomas Bernhard, Ernst Hinterberger, Manfred Deix und Kurt Waldheim getan haben. Das ganze Pandämonium des real existierenden Austriazismus wird hier vorgeführt, und daß es vom Schmäh zur Schmähung kein weiter Weg ist, hat Spira mehr als einmal gezeigt. Das hat Spira auch den Vorwurf einer tendenziösen Auswahl eingetragen, wobei die Filmerin beteuert hat, die mittlerweile - nicht zuletzt durch ihre eigene Arbeit - sattsam bekannten Ergüsse und Sudereien der leider landesüblichen Alltagsrassisten und -faschisten ohnehin immer wieder unter den Schneidetisch fallen zu lassen.

Im Unterschied zum Vorwurf des "Nestbeschmutzertums" läßt sich aber nicht jede Kritik, die an den "Alltagsgeschichten" geübt wird oder werden kann, eindeutig einem bestimmten politischen Eck zuordnen, auf das zu reagieren in der


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