Tabori-Roman: Camus auf der Flucht

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Als George Tabori im November 1943 seinen zweiten Roman "Gefährten zur linken Hand" fertigstellte, war er gerade 29 Jahre alt und befand sich auf einem Flüchtlingsschiff, das rund 5000 Menschen von Nordafrika nach Liverpool brachte. Bereits ein Jahr zuvor waren britische und amerikanische Truppen in Marokko und Algerien gelandet und hatten erfolgreich die deutschen Belagerer bekämpft. Tabori, der 1935 nach London emigriert war, befand sich zu jener Zeit in Kairo, wo er als Captain Turner für die Rundfunkstation BBC mit Abhöraufgaben und Propagandasendungen betraut war.

"Companions of the Left Hand" (Originaltitel) spielt auf ein Zitat aus dem Koran an und reflektiert die letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs anhand verschiedener Lebensentwürfe. Im Zentrum des Geschehens steht der 55jährige Stefan Farkas, ein Autor gefeierter Boulevard-Stücke. Farkas ist müde und ausgelaugt und flieht im Sommer 1943 aus den Wirren des Krieges in den altmodisch-beschaulichen italienischen Bade- und


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