Chemie zwischendurch

Festwochen: Eine lange Nacht mit Kunst, Performance und Leitsystem in den Sofiensälen: "Wahlverwandtschaften", ein Erlebnisbericht.

Kultur | Tanja Paar | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Anziehung und Abstoßung: Das an den chemischen Elementen beobachtete Kräftespiel metaphorisch auf zeitgenössische Kunst zu übertragen, ist das Modell von "Wahlverwandtschaften". Der Besucher ist aufgefordert, sich selbst aktiv und kreativ seinen Weg durch die Szenarien aus den Bereichen Theater, Tanz und bildende Kunst zu bahnen. So weit, so gut klingt das von Hortensia Völckers für die Wiener Festwochen entwickelte Konzept.

Vor Ort, in den Sofiensälen, herrschen dann erst wieder die Platzanweiser. "Leiberlträger" klingt zwar sympathischer, entbindet sie aber nicht der schwierigen Aufgabe, die Besucherströme zu kanalisieren. Klar: Ein Abend, an dem mehr als 20 Künstler/Ensembles auf vier Stockwerken tätig sind, erfordert logistische Strenge. Und so stehen zumindest die ersten drei Stunden der langen Nacht des Crossover im Zeichen der Chronologie: Erst wird einer Performance von Jerome Bel beigestanden - wer weiter hinten steht, sieht naturgemäß weniger. Dann wandert man geschlossen


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