Ein Herz für Kinder

Film: Vier Jahre nach dem programmierten Wirbel um "Kids" predigt Regisseur und Fotograf Larry Clark in "Another Day in Paradise" den Blues von nervlich zerrütteten Junkies.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Der Sommer kommt, die Studierenden sind des Studierens müde, und vor allem: Sie sind des ständigen Abhörens von Musik aus Tarantino-Filmen überdrüssig. Da könnte eine allfällige Soundtrack-CD zu "Another Day in Paradise" Abhilfe schaffen und sich ebenso wohltuend wie hartnäckig über sämtliche studentische Discmen und Wohnungsparties der Stadt verbreiten. Den Genuß im Retro-Styling-Kontext jedenfalls legt die gepflegte Mischung von zwanzig im Off-Ton der Handlung verstreuten Blues-, Früh-Funk- und R&B-Nummern (von Otis Redding, Percy Sledge und weniger bekannten Namen) ebenso nahe wie der gesamte Film.

Keine Ahnung, warum "Another Day in Paradise" in den frühen Siebzigern spielt (was vorwiegend an der Textilmode offenkundig wird). Mag sein, daß es da einen urwichtigen Konnex zur Biografie des 56jährigen Regisseurs Larry Clark gibt, der zu jener Zeit Fixer war und seinen ersten milieudokumentarischen Fotoband aus der jugendlichen Junkie-Szene publiziert hat. Vom kollektiven


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