Hase kommt nach Hause

Musik: Stiller Has ist die Schweizer Kultband schlechthin. Sänger Endo Anaconda ist halb Exkommunist, halb Österreicher. Demnächst hoppelt der Hase erstmals nach Wien.

Richard Reich / Zürich | Kultur | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Heute morgen haben Hubschrauber mehrere Schweizer Seen mit Moskito-Gift eingesprüht. Das Alpenvorland steht unter Wasser. Gleichzeitig werden stündlich 87 Quadratmeter Gras zubetoniert. Wie bitte, wo bitte soll da ein Hase überleben? Keine Chance. In diesem Klima kann man nur die Ohren einziehen und still werden. Oder ausziehen, um den Menschen von der Traurigkeit dieser tierischen Welt zu singen.

Genau das tut die Schweizer Kultband Stiller Has seit über zehn Jahren. Es ist ein ziemlich menschliches Bestiarium, das sich in den Liedern von Endo Anaconda (Worte, Stimme) und Balts Nill (Saiten, Tasten, Drums) tummelt: Hippies, Hausfrauen, Hausmeister, Kleinstbürger und Ausgesteuerte - alles Erdenkliche auf der nach unten offenen Depro-Skala.

Beim Interview in der altbackenen Züricher Konditorei Sprüngli hockt Endo Anaconda in einem aschgrauen Sakko an einem braunen Tisch, Zigarettenrauch umqualmt die traurigsten Augen der Welt. Diese Stimmungslage ist kein Wunder, sondern die Folge einer

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