Sozialer Subjektivismus

Kunst: Am 13. Juni beginnt die 48. Biennale von Venedig. Der österreichische Pavillon soll nun doch nicht zu einem Flüchtlingslager umfunktioniert werden.

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Die "Biennale di Venezia" ist ein zäher Dinosaurier. Obwohl sie bereits bei ihrer Gründung, 1895, totgesagt wurde, hat sich dieses Weltausstellungsrelikt mit seinen national bespielten Pavillons bis heute durchgeschleppt. Ein Land wie Österreich, das sich bekanntermaßen als Kulturnation versteht, hat solch eine Aufgabe natürlich sehr ernst zu nehmen. Das Beste ist gerade gut genug: Das fängt beim Kommissär an, der die Auswahl der Künstler und Künstlerinnen zu treffen hat, und endet beim legendären Österreich-Empfang zur Eröffnung. Während die meisten Länder in ihren Pavillons nur einzelne Künstler oder Künstlerinnen zeigen, hat Kommissär Peter Weibel, der heuer bereits zum vierten Mal antritt, immer auf einen thematischen Ansatz gesetzt und bringt diesmal das Thema "Offenes Handlungsfeld" ins Spiel.

Seine Thesen hat Peter Weibel im Vorfeld wie immer apodiktisch formuliert; in Kurzform lauten sie: "Der Autor in seiner historischen Form als einzelnes Subjekt ist verschwunden;


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