Aufgeblättert

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Berger fährt nicht nach Zimbabwe, um sich mit der Reise einen Jugendtraum zu erfüllen. Der Schweizer Untersuchungsrichter sucht den ehemaligen Lehrer Hartmeier, der wegen Verführung einer Minderjährigen angeklagt ist. Einer Schülerin. Hartmeier hat sich vor der Verhandlung abgesetzt und im Busch eine neue Existenz aufgebaut. Während er in der afrikanischen Gleichgültigkeit seine Lebenserfüllung findet, wirkt sie auf Berger verstörend. Der spießige Held in Franco Supinos leisem Krimi "Der Gesang der Blinden" braucht das enge Lebensgefühl der Schweiz, um seine Gefühle unter Kontrolle zu wissen. Afrika, das ist eine Versuchung. Er selbst weiß am besten, daß auch in seinen Träumen appetitliche Mädchenschenkel eine Rolle spielen. Der Verlockung Zimbabwes nachzugeben, das hieße zu versuchen, die Verwirklichung dieser Träume zu erlangen.

Wie sehr solche Träume auch die afrikanischen Männer beherrschen, davon erzählt die Nigerianerin Toyin Adewale in ihrem Erzählband "Flackernde


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige