Stadtrand: Ausgepufft

Stadtleben | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

DAKOM1 steht gern.

DAKOM1 könnte zwar auch fahren, aber des öfteren steht DAKOM1 einfach in zweiter Spur vor seinem Haus, der DATAKOM, und läßt den Motor laufen. DAKOM1 ist nämlich eine Dienstlimousine und wartet auf "den Chef".

Unlängst ging jemand, der genau dort wohnt, wo DAKOM1 gern den Motor laufen läßt, zum Chauffeur, um ihn zu bitten, den Motor abzustellen. Die Luft, der Sommer, der Smog, Sie wissen.

"Der Chef will in ein kühles Auto einsteigen", sagt der Chauffeur.

"Das Auto wird beim Fahren auch kühl", meint die Anrainerin.

"Aber schauen Sie", erwidert der Chauffeur und deutet auf die Hauptstraße vor ihm, "die Autos haben ja auch alle den Motor laufen."

"Äh, ja", macht die Anrainerin, "aber diese Autos fahren."

Natürlich könnte der Chauffeur das Auto auch einfach in der Garage stehenlassen, bis der Chef kommt. Doch dann müßte der Chef vielleicht eine Minute in der prallen Hitze warten. Das kann man Chefs offensichtlich nicht zumuten.

Vielleicht kann man Chefs eine Verwaltungsstrafe bis zu öS 30.000,- zumuten? So viel kann es nämlich kosten, mutwillig und grundlos Lärm oder Luftverschmutzung zu verursachen.

"Paragraph 102, Absatz 4 des Kraftfahrzeuggesetzes", wird die Anrainerin also beim nächsten Mal sagen. Sie freut sich schon darauf. S. N.


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