Fremde Ansichten

Ausstellung: Vor rund hundert Jahren erfreuten sich im Prater sogenannte Völkerschauen großer Beliebtheit. Das Projekt "Strange Views" ruft nun diese halb exotischen, halb rassistischen Attraktionen anhand eines instruktiven Rundgangs wieder in Erinnerung.

Stadtleben | Klaus Taschwer | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Akole war zu schön! Ich kniete mich nieder, küßte sie auf die Stirne, die Augen, den Mund." Der Wiener Schriftsteller Peter Altenberg war ganz hingerissen von der exotischen jungen Frau aus der "Aschanti-Truppe", die da 1897 in einem nachgebauten Dorf im Prater ausgestellt wurde. Die Besucher dieses umzäunten Dorfes, das bezeichnenderweise am Gelände des damaligen Zoos errichtet worden war, konnten sich gegen Eintritt in den Holzhütten umsehen und den Menschen aus Westafrika bei ihren alltäglichen Verrichtungen zusehen.

Peter Altenberg ging um einiges weiter: Er verbrachte gleich einige Monate bei den Aschanti - und hatte sexuelle Beziehungen zu den meisten der jungen Frauen, wovon sein Bericht "Ashantee" zumindest zwischen den Zeilen Zeugnis gibt. Altenberg erzählt darin aber auch davon, daß die fremden Frauen von zahlreichen anderen Wiener Männern hofiert wurden. Und daß die fremden Männer aus dem heutigen Ghana bei den Damen der Wiener Gesellschaft ebenfalls gut ankamen, war


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