Die Provokation

Neues Lokal: Im Kernland der Ottakringer Brauerei machte eine Dependance der Gösser Bierklinik auf.


Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 22/99 vom 02.06.1999

Das Prinzip scheint niemals aus der Mode zu kommen: Man kombiniere auf großem Raum möglichst viel Holz der unterschiedlichsten Verarbeitungszustände, ein bißchen Kupfer, alte Bier-Reklamen, deftigste Hausmannskost sowie schließlich das Malzgetränk selbst, und schon füllt sich solch ein "Erlebnislokal" entgegen aller zeitgenössischen Ästhetik bis zum Brechen.

Als weiterer wesentlicher Punkt für den Erfolg dieses Lokaltyps wäre noch zu nennen, daß das Wort "Bier" oder "Bräu" unbedingt im Namen vorzukommen hat, anders wäre die Sache nämlich schon ein bißchen zu kompliziert. Jüngstes Beispiel: das "Bieronymus" in der ehemaligen Austria-Tabak-Zentrale in Ottakring. Und das wäre weiterhin kein Grund für tiefere Grübeleien, wenn dieses Bieronymus nicht ein mit heimtückischen Widerhaken versehener Dorn im Fleisch der in Riechweite befindlichen Ottakringer Brauerei wäre - denn dieses Bieronymus gehört der Brau AG.

Die wirklich sehr vielen Besucher dieses Etablissements scheinen

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