Obacht Europa!

Seinesgleichen Geschieht: Momentaufnahmen aus einem innenpolitisch orientierten Wahlkampf, der das Draußen draußen hielt.


Armin Thurnher
Vorwort | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Nicht hineingezogen will es werden, das Publikum. Nicht in irgend etwas, von dem man nicht weiß, wie es endet, außer daß man am Ende sieht, was man davon hat. Meistens wenig. Die Haltung des interesselosen Danebenstehens ist uns Österreichern angemessen, wenn man den Politologen glaubt. Nur keine Wellen. Keine Projekte. Keine Entwürfe!

Ja, so sieht es aus, das Klischee vom österreichischen Wahlvolk. Leider ist ihm nicht viel entgegenzusetzen. Außer daß die Wahlbeteiligung bei Wahlen zum EU-Parlament in Österreich das letztemal immerhin am fünfthöchsten in Europa war - nur in Griechenland, Italien, Luxemburg und Belgien wählte man noch fleißiger. Wer aber glaubt, Politik wäre in Österreich dazu da, Entwürfe öffentlich zu machen und zur Abstimmung zu bringen, der hat sich im Land geirrt. Politik spielt hier eher die Rolle eines Hausarztes, der dem Patienten versichert, daß es ihm eh gut geht.

Sein Repertoire beschränkt sich leider auf ein paar ziemlich kümmerliche Kniffe.

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