Schmuddelkinder?

Kommentar: Die Wiener Kindergruppen sind in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet. Über eine vermeidbare Zeiterscheinung und ihre Verantwortlichen.

Vorwort | Uwe Mattheiss | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Was bleibt eigentlich von den Achtundsechzigern? Das fragen zu den einschlägigen Jahrestagen nicht mehr nur die ergrauten Veteranen. Etwas Popkultur, die Liberalisierung öffentlicher Sprachregelungen. Der Umstand, daß die Barrikadengrößen von einst heute dreiteilige Anzüge tragen und die Geschicke jener Staaten bestimmen, die einst von diesen Barrikaden aus mit Faschismusverdacht belegt wurden. Was nach dreißig Jahren den Faschismusverdacht merklich gemildert hat.

Nachhaltige Wirkungen erzielte die Achtundsechzigerei dagegen in einem peripheren Politikbereich, an den man nicht sogleich denkt, den aber die damals Neue Linke überhaupt erst politisiert hat: den Umgang mit Kindern, die gemeinschaftliche Kinderbetreuung in Kinderläden und Kindergruppen. Man erinnere sich: die Tisch und Wände beschmierenden Gfraster der Antiautoritären haben die Mehrheitsgesellschaft letztlich mehr erschreckt als die im Laufschritt sich untergehakten Demonstranten gegen den Vietnamkrieg oder den Schah


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