Sie ham a Haus baut

Zeitgeschichte: Das vom Politologen Anton Pelinka entworfene Konzept zum "Haus der Toleranz" strotzt nicht nur von Vagheiten und begrifflichen Unschärfen. Der Entwurf hat auch etwas mit dem ÖVP-nahen "Haus der Zeitgeschichte" gemeinsam: Beide Projekte sind entbehrlich.

Politik | Siegfried Mattl und Albert Müller | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Ich reiste in die deutsche Geschichte, um etwas zu erleben Werner Kofler, "Im Museum" Welche Zufälle das Leben spielt! Während sich in Graz einige hundert Zeithistorikerinnen und -historiker über die Perspektiven ihrer Disziplin in Zeiten von Cyberspace und Globalisierung orientierten, stellte Wissenschaftsminister Caspar Einem in Wien eine "Machbarkeitsstudie" für sein ehrgeiziges Projekt eines "Hauses der Toleranz" vor. Geschichtskulturelle Institutionen wie dieses vom Innsbrucker Politologen Anton Pelinka konzipierte Holocaust-undsoweiter-Forschungs- und Bedenkzentrum werden nämlich in Österreich - anders als in der BRD - nicht debattiert, sondern parteiproportionell verordnet. Damit sind nun gleich zwei - für hiesige Verhältnisse - Megaprojekte im Spiel: ein SP-nahes "Haus der Toleranz" und ein VP-instruiertes "Haus der Zeitgeschichte".

Was wurde von Einem eigentlich präsentiert? Leute aus dem grafischen Gewerbe würden sagen: "Ein Blindtext". Maximale Anschaulichkeit


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