Verquere 68er-Utopie

Literaturzeitschrift: Das "Wespennest" wird 30 Jahre alt. Der "Falter" sprach mit den Redakteuren Walter Famler und Bernhard Kraller darüber, wie man die Schaluppe einer solchen Zeitschrift zwischen Mystifizierung und Markt, zwischen Programmatik und Pragmatik hindurchnavigiert.

Medien | Klaus Nüchtern | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Gegründet wurde das Wespennest von Peter Henisch und Helmut Zenker. Das war 1969. Und die "zeitschrift für brauchbare texte und bilder" atmete den entsprechenden Geist der Zeit, der damals eben noch nicht der "Zeitgeist" war. Die Gründer und die sich bald hinzugesellenden Autoren wie Josef Haslinger und Gustav Ernst standen für einen gesellschaftskritischen Realismus, der sich, wie der nunmehrige Herausgeber Walter Famler im untenstehenden Interview anmerkt, auch nicht endlos und in programmatischer Reinheit fortsetzen ließ. 1996 verließ Gustav Ernst die Zeitschrift im Zorn, gründete mit kolik seine eigene und attackierte in heftigen polemischen Ausfällen das "postmoderne" Wespennest (der Falter berichtete), das mit der Nummer 100 auch einen layouterischen Relaunch erlebte. Alles anders? Herausgeber Walter Famler bestreitet das. Und Bernhard Kraller, der neben seiner Tätigkeit als Redakteur und Autor auch die Hälfte des Foto-Teams ÖhnerKraller ausmacht, zeigt sich froh darüber,


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