Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Wenn es einmal ganz duster wird im Zappenreich, wenn die Kanäle leicht zu stinken beginnen, wenn sich lausige Billigserien breitmachen, dann hilft nur mehr dsf. Ideal, wenn dort grad die Starken Männer arbeiten. Und das ist oft der Fall, denn nichts tun die Starken Männer auf dsf lieber, als Einfamilienhäuser herumtragen, Dieselloks stemmen, Autobahnen verknoten und ähnliches. Die Welt der starken Männer auf dsf besteht im wesentlichen daraus, daß die Starken Männer Österreichs mit den Starken Männern Deutschlands um die Wette stark sind. Daß sie ihr Eisen vor halbleeren Tribünen pumpen und sich die weiblichen Fans vorrangig aus der winzigen Gruppe der eigenen Ehefrauen rekrutieren, tut dem herkulischen Spektakel keinen Abbruch. Aber warum tun die so was? Warum schleppen erwachsene Männer 150 Kilo schwere Aktentaschen durch die Gegend? Was veranlaßt volljährige Inländer dazu, mit Bierfässern rumzuwerfen, Autos aufs Dach zu legen und mit Zementsäcken durch die Gegend zu sprinten? Wollen sie uns damit eine Freude machen? Genau. Denn auch die stärksten Männer wissen, was sie den Schwachen schuldig sind.


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