Musik für fünf Freunde

Musik: Pavement, die verschrobenste aller Popbands, hat ihr bisher zugänglichstes Album gemacht. Aber daheim in Amerika versteht man sie noch immer nicht.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Als Pavement kürzlich ein Gastspiel in der ausverkauften Londoner Scala gaben, bestand das Publikum aus den prominentesten Fackelträgern der örtlichen Indie-Coolness. Selten zuvor hatte sich die A-Schicht der Bart- und Brillenträger (das strenge Hornmodell selbstverständlich) in derartig demonstrativer Geschlossenheit versammelt. So ist das eben, wenn man Textzeilen wie "Architekturstudenten sind wie Jungfrauen mit einem Jucken, das sie nicht kratzen können" verfaßt.

Aber Pavement-Sänger und -Texter Stephen Malkmus ist nicht nur ein Virtuose des mit kippender Stimme vorgetragenen absurden Wortwitzes, er pflegt auch einen präzisen, hinterhältigen Sarkasmus. Mit pseudonaiven Zwischenfragen wie "Ist das wirklich so?" hat Malkmus noch die oberschlauesten Journalisten zum Stammeln gebracht. Schön zu sehen, daß auch er nicht gegen die Tücken der unfreiwilligen Selbstpersiflage gefeit ist: "Mein hypothetisches Publikum, das ich mir vorstelle, wenn ich meine Songs erfinde, bin ich selbst,


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