Neue Platten

Kultur | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

GLOBAL/LOKAL Vera Bila: Queen of Romany Gig Records / BMG Bisherige Besprechungen der CD von Vera Bila haben sich vor allem bei der erstaunlichen Leibesfülle der Roma-Königin aufgehalten. Und so wurde in den teils euphorischen Rezensionen nicht wirklich klar, was an dieser Sängerin musikalisch so besonders sei. Tatsächlich bietet die CD eher konventionellen Gipsy-Swing mit entsprechend dominanten Rhythmusgitarren, über denen das überraschend dünne, rauhe Timbre der "Queen of Romany" von Liebe, Leid und Leben der Roma kündet. Die Strukturen der 17 kurzen Lieder sind recht ähnlich, ab und zu ist ein verirrtes Saxophon- oder Violin-Solo zu hören. Musikalisch ist Vera Bila eher als Leichtgewicht einzustufen.

Klaus Taschwer POP/ROCK Houndog Columbia/Sony David Hidalgo ist ein vielbeschäftigter Mann. Erst räumte er mit der Tex-Mex-All-Star-Kombo Los Super Seven einen verdienten Grammy ab, dann erschien das zweite Album des Los-Lobos-Ablegers Latin Playboys, die neue großartige Platte von Los-Lobos, seiner Stamm-Band, erscheint in Kürze, und jetzt zaubert er auch noch Houndog aus dem Ärmel. Als Houndog widmen sich Hidalgo und Mike Halby schwülem Südstaaten-Blues mit elegantem Swing. Hidalgo läßt Halby singen, an einer Geige rumkratzen und verordnet dem Schlagzeug das Beserl. Das Endprodukt verfügt über jede Menge Groove und Brüche, die an den richtigen Stellen sitzen - ein Juwel.

Karl Fluch


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