Wo Milch & Honig fließen

Nachruf: Vergangenen Samstag starb Mel Torme, die begnadete Samtstimme des Great American Songbook.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Zufällig zappte ich vor ein paar Wochen in eine amerikanische TV-Show und sah, wie zwei Kandidaten einem freundlichen älteren Herrn ein paar Scat-Phrasen nachsangen. Jetzt muß der schon solche Sachen machen, und wahrscheinlich haben die zwei Jungspunde nicht einmal eine Ahnung, wen sie vor sich haben, dachte ich mit der Arroganz des Europäers. In Wirklichkeit gehörte Mel Torme auch jenseits der Siebzig noch lange nicht zum alten Eisen, spielte Platten ein und erfreute sich durch Auftritte bei Jay Leno, David Lettermann und auf MTV großer medialer Präsenz. Das knabenhafte Äußere mit dem entsprechenden Charme war ihm, diesem Mickey Rooney der Sangeskunst, bis zuletzt geblieben. Mit Rooney teilte der um fünf Jahre jüngere Torme übrigens das Interesse am Schlagzeug, hinter dem auf den besten Aufnahmen des Sängers ausgefuchste Westcoast-Subtilisten wie Mel Lewis oder Shelly Manne saßen. Und auch in Filmen trat Torme hin und wieder auf: Er hatte eine kleine Rolle in dem Musical

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