Spaß mit harten Bandagen

Film: Mit dem Remake "Die Mumie" hat Hollywood einen weiteren Horrorklassiker wiederbelebt und bis zur Infantilität verjüngt.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Erinnern Sie sich an die TV-Serie "The Munsters"? In dieser Sixties-Sitcom waren alle großen Horror-Figuren des toten, alten Hollywood in satirischer Umdeutung zu Alltags-Amerikanern vertreten: Frankensteins Monster als Familienoberhaupt Herman, der Werwolf in Gestalt des kleinen Eddy und der Vampir, verkörpert von Grandpa und dessen Tochter, Hermans Gattin Lily. In den Neunzigern hat uns Hollywoods Recycling-Kultur diese Figuren mit neuem Tiefgang nahegebracht, in drei pathetischen Filmen mit Gary Oldman als Dracula, Jack Nicholson als Wolfsmann und Robert De Niro als Frankensteins Geschöpf. Wer in dieser Riege fehlt (und im Maskenrepertoire einschlägiger Gschnasveranstaltungen chronisch unterrepräsentiert war), ist die Mumie: die Titelfigur eines 1932 von Karl Freund gedrehten Hollywood-Klassikers mit Boris Karloff, den seit ewigen Zeiten niemand mehr gesehen hat, weil er nie im Kino oder im Fernsehen läuft und (zumindest in Wien) weder als Leih- noch als Kaufvideo erhältlich ist.


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