Stadtrand: WerbeSmog

Stadtleben | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Seit Wochen dreht ein Keinlaster stupide Stinkerunden durch die City. Auf der Ladefläche wirbt ein Plakat für das Lipizzanermuseum; als ob Wientouristen Aufschriften auf Lkws betrachten würden. Immer wenn ein neues Auto auf den Markt kommt, wird es vorher hübsch verpackt und huckepack auf einem Anhänger durch die Stadt gekarrt. Nicht nur Touristen und potentielle Autokäufer werden mit Lkws geködert: Bebrautkleidete Schaufensterpuppen werden in Papamobilen spazierengefahren, Pick-up-Citylights leuchten für Diverses, und ein Privatradiosender hat vor kurzem mit sogenannten Radiotests (zugegebenermaßen ziemlich originell) für sein Programm geworben: Kleinlaster waren unterwegs, bestückt mit Lautsprechern. Über die wurden Anwohner aufgefordert, eine bestimmte Frequenz einzuschalten, um ihr Radiogerät auf seine Y2K-Tauglichkeit zu überprüfen.

Nichts geht derzeit scheinbar ohne die rollenden und stinkenden Werbeträger, die nichts außer ihrer Werbebotschaft transportieren. Gibt es keine Verordnung, die es untersagt, grund- und frachtlos im Kreis herumzufahren? Zumal es ja auch andere, charmantere Mobilwerbung gibt. Die kleine grüne Palmers-Pony-Kutsche zum Beispiel. Die sieht zwar lächerlich aus, ist aber dafür emissionsfrei. C. W.


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