Comandantina Dusilova: Probleme

Stadtleben | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Zackenschneiden, das können deine Leute hier." Joe Gamalvalnidze, mein grusinischer Freund, wußte, wie er mich ärgern konnte! Mich mit den Agenten vom GehD Post in einen Topf zu werfen, das war die Höhe! Immerhin wußten wir jetzt, daß im Postamt ein Fenster klemmte. War das der Code für irgendwelche geheimen Übergabepraktiken? "Mein eines Fenster klemt", hatte Agent NB, der Nägelbeißer, auf die Geheimbotschaft geschrieben. Was konnte das wirklich bedeuten? Hatten sie Probleme im Zeitmanagement? Waren sie im Verzug mit der Zustellung gelber Zettel? Waren ihnen die Licht-ins-Dunkel-Erlagscheine ausgegangen? "Mein eines Fenster klemt", das konnte viel bedeuten. Besonders das Wörtchen klemt ließ mich nicht los. Die mußten doch wissen, daß uns so was auffallen würde. Nicht einmal der größte Idiot würde heutzutage klemmen mit einem Solo-"M" schreiben. Der Geheimdienst Post wollte offenbar gezielt den Eindruck verbreiten, sie wären dümmer, als wir dachten. Irgendwas an meiner Argumentationskette stimmte nicht so recht. Joe schüttelte den Kopf: "Du siehst Geister. Die sind wirklich so trüb auf der Pfanne, Loni. Hast du schon einmal beobachtet, wie sie schwitzend vor ausländischen Paketen sitzen und die Adressen transkribieren?"


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