Ohne neuen Anstrich

Neues Lokal: Ein beislmäßiges Urgestein erhielt eine neue Chance, und die Waldviertler Deftkost bringt sich wieder ins Gespräch.

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 23/99 vom 09.06.1999

Die Schank strahlt die Wehrhaftigkeit des Fort James bei Yorktown aus, massig, dunkel und mit den Waffen aus dessen Zeit eigentlich nicht zu bezwingen. Der Boden aus groben Brettern, die Tische so verschrammt, als hätte schon Karl der Große seinen schweren Becher mit den scharfen Gußgraten hier abgestellt, die dunkle Holztäfelung eindeutig präraffaelitisch, die trüben Kugellampen wahrscheinlich von der Pariser Weltausstellung 1855, die hölzerne Telefonzelle aus der "Christl-Ära". Die Vielzahl der historischen Assoziationen machen es klar: Es handelt sich hier eher um ein Lokal mit Geschichte. Und zwar im doppelten Sinn, denn erstens ist das "Wenkheim", wie es heute heißt, echt schon ziemlich alt, und zweitens hat es während der letzten zehn Jahre die gastronomische Landschaft der Leopoldsgasse und des Karmelitermarktes einigermaßen geprägt. "Woodquarter" hieß es da und huldigte vor elf Jahren der großen Lust am deftigen Essen des Waldviertels, was zu dieser Zeit relativ sensationell


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