Siege schmecken schal

Europawahlen: Die Koalition feierte bei den EU-Wahlen einen ihrer seltenen Erfolge über Jörg Haider. Doch der Sieg könnte trügerisch sein. Von der EU-Wahl berichten

Politik | Gerald John, Florian Klenk, Thomas Rottenberg, Patrik Volf und Nina Weissensteiner | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

"Die Sozialdemokratie hat neue Zustimmung gefunden, weil sie auch für wirtschaftliche Dynamisierung und für die Freisetzung von Kreativität und Innovation steht." Nein, das stammt nicht aus dem Kanzlerinterview vom Wahlsonntag. Der Satz gehört Tony Blair und Gerhard Schröder. Am Sonntag aber standen die Wortführer der "neuen Mitte" aber als Verlierer da. Blair und Schröder hatten die Mehrheit der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament verspielt. Gejubelt haben an diesem Tag die anderen Roten - vor allem jene in Österreich.

Ein Slogan mit dem Charme der Siebziger, verpackt im Layout der Neunziger, bescherte der SPÖ einen Wahlsieg. Leicht modifiziert prangt die bewährte Message "Arbeit schaffen. Neutralität sichern" bereits am Tag danach auf der Parteizentrale: "Jetzt Richtungsentscheidung für Neutralität und mehr Arbeit."

Ist die Trendwende geschafft? Hat die Koalition bei ihrem Dreieinhalb-Prozent-Erfolg endlich ein Rezept gegen den notorischen Wahlsieger Jörg Haider gefunden?


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