Siege schmecken schal/Hans-Peter Martin: Der Unangenehme

Politik | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Irgend jemand muß wohl wortbrüchig geworden sein", fragt der Journalist. Das Schweigen dauert einige Sekunden. "Keine Antwort, Herr Martin?" Keine Antwort. Am Montag mußte Hans-Peter Martin zähneknirschend vor seinen Journalistenkollegen den Verzicht auf die ersehnte Position als Delegationsleiter der SPÖ in Brüssel eingestehen: "Ich nehme die Entscheidung zur Kenntnis", meinte er, aber: "Die Position ist mir zugesichert worden." Hannes Swoboda, der bisher diesen Posten innehatte, auch.

Noch am Vorabend hatte Martin im ersten Fernsehinterview den Delegationsleiterposten für sich reklamiert. Swoboda mußte im Hintergrund stehen und lächeln, obwohl ihm wohl anders zumute war. Als Bundesgeschäftsführer Rudas zur ersten Hochrechnung Stellung bezog, stand Swoboda noch immer dort. Von Martin keine Spur. Zeitgleich wurde in der Löwelstraße bereits heftig um die Delegationsleitung gepokert. Ohne Ergebnis.

Am Tag danach war Hannes Swoboda Delegationsleiter, gewählt von seinen Abgeordnetenkollegen.


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