Zielschiessen Der Meinungsforscher: Treffer & Nieten

Politik | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Werner Beutelmeyer geht das Mundwerk wie geschmiert. "Das war ein Totalabsturz", sprudelt es aus ihm heraus, "und gar ned lustig." Doch anders als sonst wirft der Chef des Marktforschungsinstituts market die Bosheiten nicht seinen Branchenkollegen an den Kopf. Er übt sich in Selbstkritik. "Wir haben aus zwei Hochrechnungsmöglichkeiten die völlig falsche gewählt", bekennt er.

Das Ergebnis: Beutelmeyers Prognosen für die drei Großparteien wurden an Genauigkeit sogar von den Leser-Wahlbörsen von Presse und Standard um Längen geschlagen. market hatte der FPÖ einen triumphalen Sieg mit 32 Prozent und der ÖVP den Absturz ins Bodenlose prophezeit. Die Kollegen sparen deshalb nicht mit unterschwelligem Hohn. "Es gibt immer viele Möglichkeiten", spielt Peter Ulram von Fessel GfK auf Beutelmeyers Pleite an: "Nur leider ist halt meistens nur eine richtig."

Zugegeben, die EU-Wahlen waren nicht die leichteste Prüfung für die Meinungsforscher. Der große Unsicherheitsfaktor war die Wahlbeteiligung.


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