Liberale Loyalitäten

Europawahlen: Mit dem Verlust des einzigen Mandates im Europäischen Parlament hat nicht nur die Bundespartei einen Dämpfer bekommen. Johannes Strohmayer war ein Kind der Wiener Partie.

Politik | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Das Flehen von Pressefrau Birgit Kleinlercher stieß vor allem bei den Wienern auf taube Ohren. "Kommt's mit zur ORF-Übertragung und zeigt's dem Johannes eure Unterstützung!" Mit der peinlichen Wahlschlappe, so schien es, wollten Gabriele Hecht & Co. nichts zu tun haben. Die Wiener Partie ignorierte am Sonntag schlichtweg die (Hilfe-)Rufe der parteieigenen PR-Dame.

Auch wenn Spitzenkandidat Johannes Strohmayer am Wahlabend im Halbstundentakt telegene Realitätsverweigerung betrieb ("vor vier Jahren mußten wir auch bis zum letzten Moment um unser Mandat bangen"), war es für die meisten schon Gewißheit: Die Liberalen fliegen im hohen Bogen aus dem EU-Parlament. Montag früh hatte man es dann Schwarz auf Weiß: Nur 2,64 Prozentpunkte konnte die selbsternannte "Europa-Partei" einholen, gegenüber 1996 blieben 68.000 Wähler den Urnen fern. Der spröde Frontman Strohmayer mit seinem Hauptaugenmerk auf Wirtschaftskompetenz ("er galt auch bei uns hinter vorgehaltener Hand als kalter Engel",


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige