Schüler Gerbers Aufbegehren

Schule: Vor Schulschluß beschweren sich Tausende Eltern und Schüler über Schwierigkeiten mit Lehrern. Noch nie war die Bereitschaft, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren, so hoch. Wie gemein sind Pädagogen und Schüler wirklich?

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Kaum haben sie aufgelegt, schrillt es wieder. Eine besorgte Mutter hängt bereits minutenlang in der Leitung. "Darf der Lehrer bei der Entscheidungsprüfung den ganzen Stoff prüfen?" Die Schulservice-Mitarbeiterin klärt die rechtliche Situation. Dann spricht die Anruferin Klartext: "Ich habe das Gefühl, der Lehrer mag meinen Sohn nicht. Er macht ihm das Leben schwer."

In den Wochen vor Schulschluß kommen die fünf Schulexperten im Wiener Stadtschulrat nicht zur Ruhe. Bis zu zweihundert Anfragen beantworten sie derzeit pro Tag. Die Hälfte davon sind Beschwerden über "böse" Lehrer. Kurz vor den Ferien machen sich die Pädagogen wegen der Beurteilungen im Zeugnis unbeliebt. Allen voran jene, die Schularbeitenfächer unterrichten: Mathematik-, Deutsch- und Englischlehrer. Und bevor die Eltern ein Gespräch mit dem betroffenen Lehrer führen, wählen die meisten lieber gleich die Nummer der Schulbehörde, um zu klären, ob die Noten gerechtfertigt sind.

Der Zorn ist verständlich. Nirgendwo,


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