Am Krenn reiben

Kirche: Kurt Krenn als unfreiwilliger Modernisierer der österreichischen Kirche? Eine neue Biografie zieht aus der Präsenz des "bösen" Bischofs optimistische Schlüsse.

Politik | Gerald John | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Das Buch beginnt mit einem Widerspruch. "Nein. Der Bischof wird sicher nicht mit Ihnen reden", zitiert der Autor im Vorwort den Pressesprecher Kurt Krenns, den er einige Seiten weiter hinten als "Medienstar", der "für Journalisten auch kurzfristig problemlos zu sprechen" sei, beschreibt. Trotz der Verweigerung des Bischofs ist es Norbert Stanzel, stellvertretender innenpolitischer Ressortleiter des Kurier, gelungen, ohne billige Untergriffe den Werdegang Krenns aufzuarbeiten.

Die Stärken des Buches liegen in seiner Vielschichtigkeit - in einem Interviewteil läßt Stanzel Krenns Freunde und Feinde von Ewald Stadler bis Erhard Busek zu Wort kommen - und seiner Präzision in der Beschreibung aktueller Kirchenkonflikte rund um den beleibten Bischof. Viel Raum räumt der Autor auch der sonderbaren Allianz zwischen Krenn und der Kronen Zeitung ein und spart dabei - für einen Journalisten der Mediaprintschwester Kurier bemerkenswert - nicht mit Kritik am Dichand-Blatt.

Kurt Krenn, der Mediendarling,


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