Diffamie & Astrologie

Zeitgeschichte: Die Debatte über ein "Haus der Toleranz" soll stattfinden - aber nicht mit dem Institut für Astrologie. Die Zeithistoriker Siegfried Mattl und Albert Müller glitten mit ihrer Kritik ("Falter" 23/99) ins Fach der Sterndeuterei ab.

Politik | Anton Pelinka | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Es ist schwer, keine Satire zu schreiben. Da attackieren zwei Herren, die als Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte ausgewiesen werden, eine Machbarkeitsstudie, die sie nicht kennen. Sie wissen zwar nicht, was in dieser Studie steht - aber sie wissen, daß das in dieser Studie entwickelte Projekt "entbehrlich" ist.

Würde man sich auf die intellektuelle Konsistenz der beiden Herren einlassen, so könnte man fragen, ob sie nicht eher Mitarbeiter des Instituts für Astrologie sind. Oder bedeutet Zeitgeschichte, daß man eine für eine Pressekonferenz des Bundesministers erstellte Kurzfassung von 12 Seiten mit der über 140 Seiten umfassenden, vom Auftraggeber noch gar nicht freigegebenen Studie verwechselt? Daß Mattl und Müller sich nicht die Mühe gemacht haben, bei dem fünf Personen umfassenden Team rückzufragen, ob denn der Pressetext für den Minister schon die Studie ist, spricht eher für Astrologie als für Zeitgeschichte.

Astrologie - jene Summe von garantiertem Nichtwissen,


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