Bedient: Schwarze Zeiten

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Wien, Gumpendorfer Straße. Demonstration der Schwarzafrikaner. Polizeiliche Straßensperre. Eine Taxifahrerin muß in das abgesperrte Straßenstück. Polizist: "Da können S' net durch." Taxifahrerin. "Warum? Ich muß dort einen Kunden abholen!" Polizist: "Da müssen S' erst 50 Neger zsammführen."

* Wien, U-Bahn-Station Rathaus. Kathrin, Tänzerin mit dunkler Hautfarbe, steht mit einem Freund am Fahrkahrtenautomaten. Er verabschiedet sich. Sie nimmt den Fahrschein, läuft die Stiegen hinunter. Ein Streifenwagen beobachtet sie. Der Polizist läuft ihr nach. Zieht am Bahnsteig die Pistole, hält sie der Tänzerin vors Gesicht. Stehenbleiben! Paßkontrolle. Drogenkontrolle. Der Paß wird inspiziert, die Tänzerin darf gehen. Keine Entschuldigung.

* Wien, Westbahnhof. Richtiger Wiener Taxler drängt sich vor seinen afrikanischen Kollegen. Der Afrikaner regt sich auf. Echter Wiener: "Schleich dich dorthin, wo die Bananen wachsen!" Der Geschnittene: "Ich nicht nur Taxifahrer, ich studieren. Du immer Taxifahrer. Ich nur jetzt."

* Wien, Gemeinderat. Stenografische Protokolle. Abgeordneter Smoliner (LIF) empört sich: "Ich zitiere die Nationalratsabgeordnete Helene Partik-Pable (FPÖ): ,Die Schwarzafrikaner sind ganz besonders aggressiv. Das liegt offensichtlich in der Natur dieser Menschen. Sie sind meist illegal da, sie sind meist Drogendealer, und sie sind ungeheuer aggressiv.' Zwischenrufe bei der FPÖ: Das stimmt ja auch! Genauso sind sie!"

Recht braucht Kolumne. Schreiben Sie an "Falter, Bedient", Marc-Aurel-Straße 9, 1011 Wien, Fax 536 60-12, E-Mail: klenk@vienna.at.


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