Mediale Kriegspropaganda

Interview: "Die Wahrheit über Kriege erfährt man erst, wenn sie vorbei sind." Die Publizistin Mira Beham über die Verflechtung von Politik, Militär und Medien in Krisenzeiten.

Medien | Werner Pöschko | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Der Versuch, Konflikte gewaltsam auszutragen und Kriege zu führen, wird heute oft von Public-Relations Agenturen kommunikativ vorbereitet. Mit welchem psychologischen Raffinement diese Agenturen dabei vorgehen, beschreibt Mira Beham in ihrem Buch "Kriegstrommeln". Die Publizistin war drei Jahre Dozentin an der Journalistenschule in München sowie Lehrbeauftragte an der Universität und der bayrischen Presseakademie. Zur Zeit arbeitet sie an einem neuen Buch über den Krieg am Balkan.

Falter: Kann man heute ohne mediale Unterstützung einen Krieg führen? Wäre das in unserer Gesellschaft überhaupt möglich?

Mira Beham: Nein, mediale Unterstützung ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Führen eines Krieges. Man muß sich aber auch vor Augen halten, wie Kriege vorbereitet werden. Ein ganz wichtiges Element ist dabei die emotionale Mobilmachung der Öffentlichkeit. Am Vorabend des Golfkrieges sagte eine Nachrichtenmoderatorin des Senders CBS: "Das ganze Land, einschließlich der Presse,


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