"Bin ich ein Dodel?"

Festwochen: Olga Neuwirth ist die erfolgreichste österreichische Komponistin der jungen Generation. Anläßlich der Uraufführung ihres Musiktheaters "Bählamms Fest" sprach sie mit dem "Falter" über neue Elektronik und alte Probleme des Musiklandes Österreich.

Jürg Stenzl (Text) und Carsten Fastner (Interview) | Kultur | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Olga Neuwirths Musik verkörpert mittlerweile in ganz Europa die neue Musik aus Österreich. Auch die Etiketten stehen längst fest: "labyrinthische Verschlungenheit und Verfremdung des Alltäglichen", "harte (Film-)Schnitte und überraschende Wendungen", "das Grelle, das schockhaft Auflodernde, grundiert von einem dichten, hypernervösen Stimmengeflecht" - Neuwirths Renner, das Ensemblestück "Lonicera Caprifolium", ist keineswegs zufällig nach einer wildwuchernden Schlingpflanze benannt.

Derartiges Komponieren sah der Lehrplan der Wiener Musikhochschule allerdings nicht vor. Elfriede Jelinek und die aus Rumänien stammende Komponistin Adriana Hölszky führten die junge Olga Neuwirth zu sich selbst. Erst danach konnte immer wieder hervorgehoben werden, daß ihre Stücke so klängen, wie sie selber sei. Die Komponistin liebt das Schräge, Bunte, Schrille, Verquere, das Groteske genauso wie das kräftige Zuschlagen, sie spielt virtuos ihr Verwirrspiel, das jeglicher gepflegten, gar sanft-weiblichen

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