Streifenweise

Kultur | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Filmische Zukunftsentwürfe sind diese Woche unser Generalthema. Science-fiction spielt, so sie nicht ausschließlich mit Eroberungs- oder Invasionsszenarien beschäftigt ist, gern mit möglichen Körpern. Selten werden dabei allerdings "humanoide" Lebensformen so weit affiziert, daß sich die Geschlechteridentitäten auflösen.

Physik und Metaphysik: "Dandy Dust" von Hans Scheirl beschreibt (wenngleich Spurenelemente eines ödipalen Szenarios am Grunde der Erzählung lagern) flüssige Zustände. Dust, wandelbarer Cyborg im Dandy-Outfit, reist durch Zeiten und Universen und erlebt dabei allerhand bedrohliche und lustvolle Abenteuer. Der Film, ein queeres B-Movie mit Mitternachtskino-Qualitäten, ist bunt, voll von erfinderischer, zum Teil betörend schöner "Tricktechnik" und einem entsprechend reichen Fundus an Figuren und Schauplätzen: eine Übermutter namens Cyniborg, bewehrt mit reichlich spitzen Accessoires, eine orgiastische "Art Class" in expressionistischen Dekors, ein Raumschiff

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