Ende einer Dienstfahrt

Theater: Die Ära Peymann endet mit einem Mißklang - Handkes "Fahrt im Einbaum".

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Ob Peter Handke tatsächlich in eine Reihe "mit anderen großen Frauenquälern" gestellt werden muß, wie Bild behauptet, entzieht sich unserer Kenntnis. Fest steht, daß der cholerische Handke zumindest als Schriftsteller ein echter Softie ist. Einmal sollen die Fußgänger Vorrang vor den Moutainbikern haben, sollen die Eckensteher ihren Platz einnehmen können, ohne von der "Raumverdrängerrotte" ("Zurüstungen für die Unsterblichkeit") beiseite geschoben zu werden. Handke, das ist der Anwalt der Unausgeschlafenen, die in der gemeinsamen Müdigkeit noch einmal zu jener Simultanität finden, die der Menschheit abhanden gekommen ist, weil sie von gleichgeschalteten Bescheidwissern ständig in die "Zwangsveranstaltung Geschichte" gestoßen wird.

Wenigstens in Handkes jüngstem Stück, "Die Fahrt im Einbaum oder das Stück zum Film vom Krieg", stürzt die verbissen aufrechterhaltene Fassade der Stärke also in sich zusammen, und die Drei Internationalen, die die längste Zeit als erbärmliche


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige