Die Übersetzerin

Festwochen: Ute Rauwald entdeckt in großen Dramen von gestern kleine Geschichten von heute. Im Schauspielhaus zeigt die Regisseurin ihre Version von Kleists "Penthesilea".

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

Ute Rauwald war die Kandidatin der Herzen. Von allen sechs Teilnehmern und Teilnehmerinnen des von Luc Bondy ins Leben gerufenen und von Veronica Kaup-Hasler organisierten Regiewettbewerbs der Wiener Festwochen sprach sie das Publikum am direktesten, am energievollsten und am persönlichsten an. Rauwalds verspielter, von leichter Hand komponierter Arbeit gelang es, eine ziemlich archaische Geschichte (Garcia Lorcas "Bernarda Albas Haus") so zu erzählen, daß sie uns auch heute noch etwas angeht.

"Sechs häßliche Töchter Inc." zeigte, was Geschwister so machen, wenn die Eltern außer Haus sind. Die kleineren Schwestern versuchen den größeren zu imponieren, für die wiederum sind Jungs schon ein wichtiges Thema. Man kichert und albert herum, versucht cool zu sein, um eigene Blößen zu überdecken, phantasiert sich in die Welt hinein, von der man angezogen ist, vor der man aber auch ein wenig Angst hat. In einem Moment fühlt man sich noch ganz aufgehoben in den Familienbanden, im nächsten


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