Folter, einst und heute

Museum: Unter dem Flakturm im Esterhazypark eröffnet am Montag ein Museum der Grausamkeiten.

Stadtleben | Thomas Rottenberg | aus FALTER 24/99 vom 16.06.1999

"Das Grauen. Das Grauen."

Apocalypse Now Ist das recht eklig?" Der offensichtlich schulschwänzende Jüngling auf der Parkbank ist halb begeistert, halb verschreckt. "Ja, fein ist des net", antwortet der Arbeiter, der gerade über die schmale Stiege ans Tageslicht geklettert ist, "dabei ist das noch eine Baustelle."

Doch auch inmitten von Kabeln, Leitern und Farbtöpfen läßt sich schon erahnen, daß hier, unter dem Haus des Meeres, ab kommenden Montag sicher kein Hort der freudigen Erbauung seine Pforten öffnen wird. Eiserne Jungfrauen, Nagelbetten, Daumenschrauben und auch sonst noch allerlei unsympathisches Gerät steht da herum - oder wird gerade zurechtgerückt, damit die Schaufensterpuppen mit den offenen Wunden bald darauf Platz nehmen können. In kleinen unterirdischen Kojen werden sie stehen, die Inquisitoren, Scharfrichter und Folterknechte. Und ihre Opfer. Wem dann noch nicht graust, dem treibt die Architektur den letzten Rest Fröhlichkeit aus: Unter dem Flakturm im


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