Genossen, was tun?

Sozialdemokratie: Tony Blair und Gerhard Schröder haben sich zu Vordenkern der europäischen Sozialdemokratie erklärt. Was ist dran am "dritten Weg"?

Politik | Markus Marterbauer | aus FALTER 25/99 vom 23.06.1999

Dem kritischen Beobachter mußte es ein breites Schmunzeln entlocken: Da hatten Premierminister Tony Blair und Bundeskanzler Gerhard Schröder noch rechtzeitig vor der Wahl zum Europaparlament ein gemeinsames Papier zur Zukunft der Sozialdemokratie vorgelegt ("Der Weg nach vorne für Europas Sozialdemokratie", http://www.spd.de), und was war das Ergebnis? Eine veritable Abfuhr von seiten der Wähler.

Die Schlußfolgerung, die neoliberal gewandelten Sozis bekämen die gerechte Strafe, wäre gleichwohl zu simpel. Denn unter den Slogans "dritter Weg" bzw. "neue Mitte" waren die Labour Party und die SPD 1997/98 fulminant in die Regierung zurückgekehrt. Beide Links-Parteien bemühten sich allerdings, inhaltlich möglichst wenig Konkretes zu sagen und die Wahlgänge primär zu einer Abwahl der Tories und der Christdemokraten werden zu lassen. Umso dringender wartete man auf neue Konzepte der linken Regierungen.

Das Blair-Schröder-Papier fand in den internationalen Medien erhebliches Echo, vor


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