Kapitalismuskritik now!

Soziologie: Mit Büchern wie "Der Verfall des öffentlichen Lebens" wurde Richard Sennett weltberühmt; sein neues Werk über den modernen Kapitalismus ist ein preisgekrönter Bestseller. Ein Gespräch über die Irrungen der Postmoderne, das Rechte am dritten Weg, die Kunst des Schreibens und Charakterbildung durch Arbeit.

Klaus Nüchtern und Klaus Taschwer | Kultur | aus FALTER 25/99 vom 23.06.1999

Wo das Schlagwort von der "Neutralitätslüge" kursiert und die Einführung eines Berufsheeres erwogen wird, da wirft Richard Sennett einen milden Blick auf den Status quo der österreichischen Verteidigungsphilosophie. Der Grund dafür liegt allerdings schon Jahrzehnte zurück: als der Soziologe noch als Cellist auftrat und in Graz mit Bartok-Streichquartetten vor einem Publikum gastierte, das sich hauptsächlich aus freigestellten Rekruten zusammensetzte. "Ein Land, das seine Soldaten für Bartok-Konzerte abkommandiert", so Sennett, "dessen Neutralitätspolitik kann nicht ganz falsch sein." In der Zwischenzeit ist der heute 56jährige vom Musiker zu einem der einflußreichsten Gesellschaftswissenschaftler weltweit geworden. Bücher wie "Der Verfall des öffentlichen Lebens", "Autorität", "Civitas" oder "Fleisch und Stein" gelten als Klassiker der Kultursoziologie.

Mit seinem jüngsten Buch, "Der flexible Mensch", hat der Professor an der New York University zu seinen politischen Wurzeln

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