Love is in the air

Film: 45 Minuten intensives Kino aus Österreich: Jessica Hausners Filmakademie-Abschlußarbeit "Inter-View".

Kultur | Christian Cargnelli | aus FALTER 25/99 vom 23.06.1999

Fasching im Büro. Girlanden, dezent flackernde Spotlights. Aus leichter Aufsicht senkt sich Martin Gschlachts Kamera hinunter auf die Augenhöhe der jungen Protagonistin. Gertrude steht vorne rechts außen im Raum, allein, während im Mittel- und Hintergrund getratscht und getanzt wird. Das Bild scheint irgendwie aus den Angeln gehoben, man ist irritiert. Bei wiederholtem Sehen kommt man drauf, daß der ganze Raum durch subtile Kamerabewegungen ins Schwanken gerät - als ob man sich auf einem Schiff befände. Nun wechselt die Musik von einem faden Latinoschlager zu einem Pophit von vor zwanzig Jahren: "Love is in the air, everywhere I look around. Love is in the air, every sight and every sound ..."

Unsere "Heldin" beginnt am Stand zur Musik zu wippen, es nähert sich ein junger Angestellter mit lustigem Huterl: "Na, so ganz allein?" Keine Antwort der korpulenten Schüchternen. "Ich hol' uns was zu trinken", meint er, bleibt dann aber doch bei einer extrovertierteren Kollegin "hängen".


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