Ideologie am Bau

Film Eine Filmreihe in der Stöbergasse dokumentiert Stellenwert und Funktion der Architektur im Dritten Reich.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 25/99 vom 23.06.1999

Drei Mann an einem Tisch: Im Jahr 1970 befragen zwei Göttinger Wissenschaftler im Auftrag des Instituts für den wissenschaftlichen Film den Architekten Albert Speer zu seinem Werdegang und zur Bedeutung seiner Profession im Kontext des Nationalsozialismus. Das Gespräch verläuft artig. Gleich zu Beginn unternimmt Speer einen Vergleich, der die Thematik umkehrt: Er habe es verabsäumt, die NSDAP und ihre Pläne so sorgfältig zu analysieren, wie er es üblicherweise bei seinen Bauvorhaben tue, um in weiterer Folge "Bauten errichten zu können, die unerhört sind".

Die Reihe "Bauen unterm Hakenkreuz. Architektur im Dritten Reich", zusammengestellt vom Architekturhistoriker Helmut Weihsmann, zeigt 35 in thematischen Blöcken gruppierte Filme, die vor allem verdeutlichen, wie Architektur - gleich, ob Gebäude-, Stadt-, Raum- oder Verkehrsplanung - als wesentlicher Teil des ideologischen Basisprogramms der Nazis fungierte: Die Schau umfaßt zahlreiche historische Produktionen (wie ein 16minütiges


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