Bewegung im Objekt

Kunst: Das Unbehagen am zeitgenössischen Tanz bringt auch ganz wunderbare Blüten hervor: Die Tänzerin Ulrike Grossarth hat sich zum Beispiel auf das Präsentieren merkwürdiger Objekte auf Tischen verlegt.

Kultur | Vitus H Weh | aus FALTER 25/99 vom 23.06.1999

Ein gutes Kunstwerk braucht nicht riesig zu sein. Am besten ist es sogar ganz klein und hat Platz auf einem Tisch, um den man stehen oder sitzen kann. Von solch einem Tisch nimmt man das Werk (es kann auch ein bemalter Bierdeckel oder ein Veranstaltungsflyer sein), dreht es umher und legt es auf den Tisch zurück. Ein zweiter greift das Ding dann ganz anders auf und entdeckt ein anderes Detail oder Thema daran. Die Beschaffenheit des Kunstwerks hat Einfluß darauf, ob grob oder vorsichtig damit umgegangen wird, ob schlicht oder raffiniert darüber gesprochen wird. Gänzlich festgelegt wird aber dadurch niemand. So plazierte und benutzte Kunstwerke funktionieren wie Partituren für Bewegungen und Dialoge; sie leben von ihrer inhärenten Dynamik und von hinzugefügter Aufführungspraxis.

Es ist diese Funktion von Kunstwerken als selbstgenerative Dingwelt, auf die auch die Berliner Künstlerin Ulrike Grossarth baut. Die vielen Requisiten, die sie in ihrer Festwochen-Ausstellung "rot/grün,


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