Stadtrand: Drum und dran

Stadtleben | aus FALTER 25/99 vom 23.06.1999

Eigentlich würde ich jetzt ganz gerne mal wieder mein Fahrrad an meinem Lieblingslaternenmast befestigen. Oder anstelle des Wahlschilderwaldes die Bäume wieder sehen. Als Fußgänger am Gehsteig wieder ein bißchen mehr Platz haben, anstatt dauernd Politikerköpfen ausweichen müssen, wäre auch nicht so schlecht. Aber das geht nicht. Denn Wochen nach der Europawahl warten die Plakat-Sandwiches noch auf Abbau und Abtransport. Manche Reklameständer dienen längst nicht mehr dem Wählerfang, sondern als Ankündigungsfläche für (Donauinsel-)Feste, Arbeitnehmervereinigungen oder Werbefenster für Tageszeitungen.

Müssen Parteien Miete für Laternen- und Baumbenutzung zahlen? Ich befürchte ja, daß das Superwahljahr so super wird, daß die Ständer gleich bis zum Herbst bleiben. In diesem Fall plädiere ich dafür, daß Plakataufsteller für Ersatzfahrradständer sorgen müssen. Auch bei Zweirädern herrscht Parkraumnot, und es gibt nicht allzu viele Möglichkeiten, sein Rad (so wie es Versicherungen verlangen) an einem "festen Gegenstand" anzuschließen. Außerdem möchte ich wirklich wieder mal Bäume in der Stadt sehen. Und zwar komplett mit Stamm, ohne Drum und Dran. C.W.


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