"Unser Gast redet nichts"

Jubiläum: Das Ehepaar Leopold und Josefa Hawelka über ihre Liebe, ihr Kaffeehaus, rabiate Künstler und ihr Verhältnis zu Thomas Bernhard.

Stadtleben | Florian Klenk und Klaus Nüchtern | aus FALTER 25/99 vom 23.06.1999

Das "Hawelka", das in der Dorotheergasse 6 vor genau 60 Jahren eröffnete, ist das am stärksten von Mythen umrankte Kaffeehaus Wiens. Dabei, so erinnert sich der Architekturhistoriker und Schriftsteller Friedrich Achleitner (er besuchte das Kaffeehaus mit seinen Literaten-Freunden von der Wiener Gruppe), war es ein "ganz normales Kaffeehaus". Achleitner hat gute Erinnerungen an die mütterlichen Qualitäten von Josefa Hawelka und deren legendäre nächtliche Buchteln. Robert Schindel, der fast die ganzen sechziger Jahre sechsmal wöchentlich im Hawelka wohnte (und dann dem berühmten Hawelka-Kellner Theo ins Savoy nachzog), erinnert sich des Kaffeehauses als seiner Universität, in der er Sprachwitz und Schlagfertigkeit schulte und mit Oscar Werner, den er zufällig dort traf, eine halbe Nacht übers Theater diskutierte. Ob der Kaffee - oder der vielgepriesene Birnenschnaps - gut gewesen sei, kann Schindel nicht sagen: "Ich habe damals ja nie woanders einen getrunken." "Irgendwie wird


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige