Phettbergs Predigtdienst (Nr. 361): In der Hölle - Teil 2

Elischa ... fragte seinen Diener Gehasi, was er für die Frau tun könne. Dieser sagte: Nun, sie hat keinen Sohn1, und ihr Mann ist alt ... 2 Kön 4,8-11.14-16a (1. Lesung am 13. Sonntag im Jahreskreis/Lj. A)

Stadtleben | aus FALTER 25/99 vom 23.06.1999

Wenn sie ihre Party machen, die gutaussehenden Körper in ihren sexy Kleidungen, möchte ich mitten unter ihnen hängen. Fett und nackt und stinkend. In den Plafond wird ein Stahlring gedübelt, mit einem Vorhängeschloß eine Kette angehängt und herunterhängen gelassen, bis sie meine mit Handschellen zusammengeschlossenen, nach oben gereckten Hände erreicht und an die Mittelkette der Handschellen mittels eines weiteren Vorhängeschlosses angekettet werden kann. Die Beine werden mir auseinandergereckt und die Fußfesseln links und rechts an eine Dachlatte gefesselt, welche einen Meter Länge hat und also die Füße so weit spreizt. Die Dachlatte wird an den Fußboden angenagelt, die Augen werden mir mit einer Binde verbunden, der Mund mit Hansaplast verklebt und die Ohren mit Ohropax.

Vielleicht streichen mir die Buben mit ihren angewinkelten Knien über meine Schenkelinnenseiten und ich erigiere. Vielleicht merken sie meine Reaktion und kriegen ihre Freude daran, diesen Automaten zu bedienen, und ich habe die ganze Nacht einen Ständer. Vielleicht benützen sie die bereitgelegte Gleitcreme und die bereitliegenden Plastikhandschuhe und gleiten an und in mir herum. Vielleicht nimmt jemand seinen Gürtel ab. Vielleicht klaubt wer die herumliegenden Rohrstaberln auf. Vielleicht beachtet mich den ganzen Abend niemand. Und grußlos werde ich in das Morgengrauen entlassen.

Ich werde einen Abend Hoffnung haben. Eine ganze Nacht glühen. Ich weiß schon, daß der erfüllte Sex nicht der Beginn des Glücklichseins wäre, aber ich werde eine Nacht mein Unglück, mich vergessen. Dafür danke ich denen, die mich zu dieser Party so rührend eingeladen haben.

1 Am 24.6., während Jesus im 3. Monat erzgeengelter Fötus ist, begingen wir das Hochfest der Geburt Johannes des Täufers, mit Lk 1,57-66.80 als bemerkenswertem Evangelium! Die Sommer sind heiß! Und Gott ist gnädig.


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