"Mythos bin ich auch"

Interview: Daniel Cohn-Bendit machte die französischen Grünen zur zweitstärksten linken Partei. Mit dem "Falter" sprach er über die "dritte Linke", sein Ja zum Nato-Angriff auf Jugoslawien, Claus Peymann am Tienanmen-Platz und Peter Handkes Geschlechtsteil.

Politik | Armin Thurnher und Patrik Volf | aus FALTER 26/99 vom 30.06.1999

Eigentlich, sagt er, ist er nach monatelangem Wahlkampf körperlich geschafft. Und Fußball hat er in der Zeit auch nur einmal gespielt. Das neue Stück von Peter Handke am Burgtheater interessiert ihn. Wie es denn so gewesen sei? Und wie war das noch einmal mit dem Burgchef? "Was, der Peymann ist auch derselben Meinung wie der Handke?" Daniel Cohn-Bendit will es nicht fassen. Von Anbeginn der Nato-Angriffe auf Jugoslawien ist er auf der Seite der Intervention gewesen, bis hin zum Einsatz von Bodentruppen. Und Cohn-Bendit hat damit so nebenbei auch einen Wahlkampf gewonnen. In Frankreich fuhr er, der nach den Studentenprotesten von Paris im Mai 1968 aus Frankreich ausgewiesen wurde, bei den Europawahlen das beste Wahlergebnis für die Grünen ein und machte sie zur zweitstärksten Kraft der französischen Linken. "Dany le rouge", wie ihn die Franzosen nennen, wird also ins Straßburger Parlament einziehen, ganz in der taktischen Rolle seines Weggefährten Joschka Fischer, in den außenpolitischen


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