1989 - zehn Jahre danach: Protektorat Europa

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 26/99 vom 30.06.1999

Die Nostalgie hing nur als Plakat im Raum. Vaclav Havel und Alexander Dubcek 1989 in Prag. Lech Walesa und General Jaruselski in Warschau. Statuensturm in Budapest. Für Reminiszenzen an das Jahr des Umbruchs in Osteuropa war bei der Konferenz über "1989, Ten Years After" des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen in Wien wenig Platz, trotz ihrer Protagonisten Vaclav Havel, Tadeusz Mazowiecki, Adam Michnik, Viktor Orban oder Janos Kis.

Zbigniew Brzezinski, einst außenpolitischer Berater von US-Präsident Jimmy Carter, platzte gleich zu Beginn der Konferenz mit einer bissigen Feststellung heraus: Zehn Jahre nach dem Sturz der kommunistischen Regime in der Tschechoslowakei, Polen, Ungarn und schließlich auch der DDR sei Europa noch lange nicht Europa, sondern "ein Protektorat der USA". Sollte der Zusammenbruch der Konflikte zwischen Ost und West, eine ganze Ära ideologischer und politischer Auseinandersetzungen, nur ein Ergebnis gehabt haben? Hatte Francis Fukuyama recht gehabt,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige