Zittern um die Zivis

Zivildienst:Fällt die Wehrpflicht, sind auch die Zivildiener passe. Der Verlust würde nicht nur soziale Organisationen in arge Verlegenheit bringen, sondern auch Bund, Länder und Gemeinden.

Politik | Patrik Volf und Nina Weissensteiner | aus FALTER 26/99 vom 30.06.1999

Hundertzweiundzwanzig Tage mehr als die anderen, die kein Problem mit zackigem Befehlston und Sturmgewehren haben. Dafür monatlich 1500 Schilling weniger in der Tasche. Und Debatten mit der Billa-Kassierin: Weil es für die Lebensmittelgutscheine eigentlich kein Waschpulver gibt. Und schon gar keine Spirituosen. Dazu kommt noch das linkslinke Drückeberger- und "Obezahrer"-Image, mit dem sie sich zwölf Monate herumschlagen müssen. Zumindest letzteres dürfte in der vergangenen Woche wenigstens ein bißchen ausgebügelt worden sein.

Denn seit die SPÖ wahlkampffreudig, und ohne die unvermeidlichen Konsequenzen ins Auge zu fassen, eine Berufsheerdebatte vom Zaun gebrochen hat, erfahren 9000 junge Männer eine wahre Image-Politur. Plötzlich steht der zwölf Monate währende unterbezahlte Zivildienst im Rampenlicht.

Denn zumindest eines steht in der Diskussion rund um die Abschaffung der Wehrpflicht jetzt schon fest: Braucht man keine Präsenzdiener mehr, sind auch die Zivildiener futsch.


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