Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 26/99 vom 30.06.1999

Es ist schon ein Jammer: Da rollt jedes Jahr im fernen, palmenbestandenen Cannes ein Werbefilmfestival über die Bühne, und Österreichs Kreative (so nenne sich die Werbefuzzis untereinander) gehen wieder einmal leer aus. Kein Preis, kein Marktwert. Kein Marktwert, kein Auftrag einer major company. Kein major Auftrag, kein Preis. Kein Preis, keine Cannesrolle. Keine Cannes-Rolle ... Ganz einfach ist das in der großen weiten Werbefuzziwelt. Österreich ist die Bananenrepublik in der Welt der filmischen Blendwerker. Dabei verbergen sich wirkliche Kostbarkeiten unter den Ideen heimischer Kreativer. So werde ich nicht müde, mich allabendlich an den ORF-Spots jenes geschmacksdivergenten jungen Wiener Pärchens hungrig zu sehen, das, in ewigem Kanaldisput zwischen Sport und "Seitenblicken", "Universum" und "Vera", "Kaisermühlen Blues" und Viertelfinale, dem kärglichen Schicksal einer gemeinsamen Fernbedienung ausgeliefert ist. Wäre diese geniale Kampagne in Angloamerika ausgeheckt worden, wären ihre Macher längst gemachte Leute. Aber vielleicht entdeckt sie das palmenbestandene Cannes doch eines Tages.


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